Handwerkskunst entdecken und ausprobieren.

Bauhandwerke kennen lernen.

Baudenkmäler erhalten.

Alte Gebäude für soziale Zwecke sanieren.

Von Handwerkern mit Berufserfahrung
– für junge Menschen in der Berufsorientierung.

Sich selbst kennenlernen und Berufsorientierung durch Arbeiten im Denkmalschutz und im Handwerk auf gemeinnützigen Baustellen:

  • Junge Menschen am Ende der Schulausbildung, am Beginn des Berufslebens lernen sich selbst und ihre Fähigkeiten kennen und erfahren in einem einjährigen Seminar verschiedene Handwerke
  • Handwerker, Fachleute, Experten, im Berufsleben stehend oder in Rente …
    … geben ihr Wissen und ihre Fertigkeiten weiter
  • Gebäude, Anwesen, Projekte aus dem gemeinnützigen Umfeld oder Denkmalschutz werden renoviert, saniert, hier als Beispiel “Schloß Hürbel” als Gründungsobjekt für die BauHütte
  • Alle Arbeitsbereiche werden gemeinsam bewältigt: von der Planung über die Ausführung bis hin zur Fertigstellung
  • Orientierungshilfen erhalten und Entscheidungsfähigkeit erwerben
  • Vielfältige Seminare mit Lebens- und Berufsthemen sowie gesellschaftlichen und sozialen Themen und musisch-kulturelle Angebote ermöglichen eine Horizonterweiterung, Selbsterkenntnis und Pflege der ganzen Persönlichkeit
  • Durch das Leben in Gemeinschaft werden Empathie, Flexibilität und Toleranz zu Voraussetzungen des Zusammenlebens. Ein Stück Menschheit wird im Kleinen ganz praktisch erfahrbar. Kurse wie Chorsingen, soziale Trainingstage oder künstlerische Projekte, in denen die Sinne für das soziale Miteinander weiter ausgebildet und sensibilisiert werden, schaffen Vielfalt im gemeinsamen Erleben.
  • Jung und Alt öffnen sich füreinander in Wertschätzung
  • Jugend = Inspiration oder neue Impulse + Zukunft
    Alter = Weisheit + Lebenserfahrung
  • Soziales Engagement als ZukunftsinvestitionBerufsorientierung, Nachwuchsförderung, Erhaltung wertvoller Bausubstanz oder Kulturgüter, Unterstützung sozialer Einrichtungen durch kostengünstige Baumaßnahmen, „Mehrgenerationenprojekt“: Jung und Alt arbeiten Hand in Hand und bereichern sich gegenseitig
  • BauHütte trägt sich wirtschaftlich durch Erträge aus der Arbeit, Zuschüsse, Beiträge und Spenden

Das Konzept:

BauHütte - unsere Idee

Geschichtliches:
Bauhütte, auch Dombauhütte oder Hütte, bezeichnet heute das Bauhüttenwesen des gotischen Kathedralenbaus als Werkstattverband. Die Bauhütten entwickelten sich aus dem romanischen Kirchenbau durch Mönche hin zum organisierten Bauablauf gotischer Kathedralen, der unterschiedlichste Handwerke umfasste (Wikipedia). Geprägt wurde der Begriff von Goethe, allerdings ist die Organisationsform der Bauhütte viel älter. Schon in Ägypten wurden die riesigen Bauwerke durch Bauhütten realisiert.
In diesen Bauhütten wurden nicht nur die Erstellung und Instandhatung der Kirchen- und Dombauten organisiert, sondern auch die Ausbildung der beteiligten Handwerker.
Bauhütten gibt es in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Frankreich. Diese heutigen Bauhütten befassen sich ausschließlich mit Instandhaltungsarbeiten. Dabei werden alte morbide steinerne Werkstücke gesichert, repariert oder neu geschaffen.

Unsere Bauhütte in Stichpunkten:

  • … Junge Menschen am Ende der Schulausbildung, am Beginn des Berufslebens, auf der Suche nach ihrem Weg, ihren Fähigkeiten und Talenten …
    … bisher ein Übergewicht an Kopfarbeit, zu wenig Praktisches, zu wenig Handarbeit, mit Holz, Metall, mit Stein, mit Erde, Farbe, Mörtel, …
    … bisher behüteter Rahmen (“Laborsituation”) in der Schule, Werkraum usw., ohne praktische Auswirkung im richtigen Leben
  • Gebäude, Anwesen, Baudenkmäler, Projekte aus dem gemeinnützigen Umfeld wie beispielsweise Gebäude von sozialen Einrichtungen, die dringend handwerkliche Zuwendung brauchen, hier als Beispiel “Schloß Hürbel” als Gründungsobjekt für die “BauHütte”.
  • Handwerker, Fachleute, Experten, im Berufsleben stehend oder in Rente …
    … geben ihr Wissen und ihre Fertigkeiten weiter, ermöglichen das Kennenlernen ihres Berufes …
  • Jung und Alt – gehen aufeinander zu – öffnen sich füreinander in Wertschätzung
    Jugend = Inspiration oder neue Impulse + Zukunft, Alter = Weisheit + Lebenserfahrung, beides wird dringend gebraucht!
  • Soziales Engagement als Zukunftsinvestition aller teilnehmenden Partner wie Seminarteilnehmer, Auftraggeber, begleitende Betriebe, Handwerker, Sponsoren, ehrenamtliche Unterstützer usw.
  • Berufsorientierung, Nachwuchsförderung, „Berufsbefähigung“, Entscheidungskompetenz
  • Kennenlernen und “Erfahren” von Handwerksberufen und Tätigkeiten mit den Händen. Diese Erfahrung bildet eine wertvolle Grundlage für das weitere Berufsleben oder als Studienvorbereitung, selbst wenn diese Handwerksberufe später nicht ausgeübt werden.
  • Nachwuchsprobleme in Handwerksbetrieben können entschärft werden. Oft finden Betriebe keine jungen Menschen, die dort einen Ausbildungsplatz ergreifen wollen.
  • Problem: Sanierung erhaltenswerter Bauobjekte kostet Geld, welches in sozialen Einrichtungen u.U. nicht ausreichend vorhanden ist
  • Das Leben in Gemeinschaft mit gleichgesinnten, jungen Menschen, die sich mit den gleichen Themen über Leben und Beruf befassen sowie die Förderung, Unterstützung und Begleitung berufs- und lebenserfahrener Mitarbeiter bringen für alle Beteiligten eine Weiterentwicklung mit sich. Die Erfahrung, dass die Welt und die Zukunft gestaltet werden wollen und können, macht Mut und ermöglicht Kreativität im Umgang mit der eigenen Biographie.

Lösung: BauHütte als “win-win” – Situation für alle Teile der Gesellschaft.

Berufliche Orientierung

Berufliche Orientierung wird immer schwieriger:

Das verstärkte Auftauchen von Eignungstests, Beratungsinstituten und Coachings macht deutlich, dass der Bedarf an beruflicher Orientierungshilfen stark gestiegen ist. Erfolgreiche Schulabgänger haben oft keine Ahnung, was sie nun machen und woran sie sich orientieren sollen.

“Erst mal ein paar Monate ins Ausland …” öffnet den Horizont, macht sich vielleicht später ganz gut in der Vita, ist aber für eine berufliche Orientierung nicht besonders hilfreich. Auch die Antwort auf die Frage nach dem Studiumswunsch “vielleicht Jura oder Medizin” zeigt deutlich, daß der junge Mensch oft nicht weiß, um was es eigentlich geht, dass es eigentlich um ihn selbst und sein Leben geht, und nur das sucht, was die optimale Startposition für eine erfolgreiche Karriere suggeriert.

Durch die veränderten Lebensbedingungen unserer Zeit ergeben sich drei Probleme in Bezug auf die Berufsfindung:

  1. Die Heranwachsenden erleben heute oft die Berufe nicht mehr, weil sie aus unserem Lebenszusammenhang weggerückt sind. Früher nahmen Väter ihre Kinder mit zur Arbeit, im Dorf oder der Wohnsiedlung, konnte man die Handwerker arbeiten sehen, den Vater bei der Arbeit besuchen, Berufe “live” erleben.
  2. Junge Menschen kommen heute kaum noch dazu, durch Tun sich selbst mit ihren Fähigkeiten, Talenten, Wünschen und Vorlieben zu entdecken. Das Leben findet bis zum Abschluss vorwiegend intellektuell in der Schule statt.
  3. Viele Berufe sind sehr abstrakt, junge Menschen können sich kaum Vorstellungen machen, was es für das eigene Leben heißt, 40 Jahre lang denselben Beruf auszuüben. Ein 3-wöchiges Praktikum kann diese Frage auch nicht beantworten (am Anfang ist alles spannend).

Neben dem Kennenlernen verschiedener beruflicher Zusammenhänge und den motorischen Fertigkeiten (wie treffe ich den Nagel, nicht den Daumen?), wird es erst einmal erforderlich, auf Entdeckungsreise zu gehen, sich selbst zu erleben und erfahren bei der Tätigkeit und in der Gruppe. Hierzu ist es erforderlich, verschiedene Tätigkeiten auszuprobieren und sich selbst dabei zu beobachten. Das kann dazu beitragen, den eigenen Horizont zu erweitern (auch ohne Ausland) und zu bemerken, daß einem diese oder jene Tätigkeit Spaß macht, dieses oder jenes Material einem sehr liegt und dass man erstaunt bemerkt, ganz eigene Talente und Fähigkeiten zu haben. Wählen kann man doch nur, wenn man eine (Aus-) Wahl hat.

Praktische oder handwerkliche Berufe können in Zusammenarbeit mit Fachbetrieben und erfahrenen Handwerkern erstmals im Leben erfahren werden.

So findet der “Kopf” endlich Ausgleich durch die “Hand”, und man kann durch diese Praxis sich selbst besser kennenlernen. Nur, wenn man eine Ahnung bekommt, wer man selbst ist, was einem selbst liegt oder auch nicht, was man sein oder werden will, befähigt einen wirklich erst, Entscheidungen zu treffen.

Lebensläufe der modernen Welt sind nicht mehr so wie früher, wo der Müller-Sohn automatisch auch Müller wurde und es zeitlebens blieb. Damit ein junger Mensch mit Veränderungen umgehen kann, braucht er einen eigenen “Erfahrungsschatz”, der in unserer modernen Zeit nicht ausreichend angelegt werden kann. Einseitige Schulausbildung (“den Kopf mit Wissen vollstopfen”), verbunden mit einseitiger Freizeitgestaltung, lassen so oftmals die Vielseitigkeit und die schönen “Anlagen” verkümmern oder unentdeckt bleiben. Zudem erleben junge Menschen heute erschreckend oft, dass sie offenbar in unserer Welt keinen Platz finden, keine wichtige und nützliche Aufgabe haben und sie nicht gebraucht werden.

Dieses Seminar, die BauHütte, wie hier vorgestellt, kann den Erfahrungshorizont enorm erweitern, das Selbstbewusstsein steigern und Motivation sowie Entscheidungsfähigkeit stärken.

Aufgrund unserer langjährigen erlebnispädagogischen Arbeit wissen wir:

Die Gruppe ist ein wichtiger Katalysator für Veränderungen des Einzelnen. Entwicklung wird möglich und in großen Schritten im Seminaralltag und darüber hinaus erlebbar.
Unser Seminar ist so aufgebaut, dass das Beste aus der Erlebnispädagogik hier Anwendung findet. Seit vielen Jahren erleben wir, wie dieses Konzept Kinder und Jugendliche voranbringt. Und sie entdecken sich selbst

In wenigen Stichpunkten sei hier dargestellt, wie unser Konzept dazu beiträgt, junge Menschen in ihrer Persönlichkeit zu stärken und sie befähigt, ihr Leben verantwortlich zu gestalten:

  • Einfachheit in allen Dingen
    (einfaches Leben, einfaches Kochen, Verzicht auf Konsumhaltung …)
  • Hohe “körperliche” Komponente (tatsächliche Praxis) als Gegengewicht zur einseitigen “Intellektualisierung”
  • Direkt erlebbare Handlungskonsequenz
  • Reflexion der Handlungen und des Tages
  • Herausforderungen, die man meistern kann (führen zu dem Gefühl, “die Welt handhaben zu können”) = Kohärenz – Gefühl
  • Das Durchhaltevermögen stärken auch wenn es mühsam ist
  • Das Erleben von Gemeinsamkeit, Gruppendynamik und der Erfahrung, dass man manchmal nur gemeinsam das Ziel erreicht (“Hand in Hand”) und man Rücksicht nimmt auf die Besonderheiten des Anderen. Jeder einzelne in der Gruppe hat seinen Platz, seine Aufgabe und Verantwortung für sivh und die ganze Gruppe. Jeder wird gebraucht! Dies führt ganz von selbst zu dem, was heute so wichtig geworden ist = soziale Kompetenz.
  • Alle Tätigkeiten sind wichtig und nützlich. Wir “basteln” nicht in Werkräumen, sondern wir arbeiten, um etwas für die Menschen und die Welt zu tun: Ein Haus bewohnbar machen, ein Gelände zur Versorgung nutzbar machen …
  • Alle Tätigkeiten sind erlebbar im Ganzen:
    Auftrag => Planung => Weg => Ausführung => Fertigstellung => Überprüfung. Hierfür muß auch geübt werden: Niemand gibt vorschnell auf.
  • Das vielfältige Angebot begleitender Kurse und Seminare aus verschiedenen Lebens- und Berufsthemen sowie musische und kulturelle Angebote ermöglichen den Seminaristen, ihren Horizont zu erweitern, sich selbst besser zu erkennen, die eigenen Neigungen und Talente zu entdecken
  • Individuelle Begleitung und Gespräche ermöglichen es, den Einzelnen in seiner Persönlichkeit wahrzunehmen und ihn so zu fördern, wie er es im Moment braucht
  • Und – nicht zuletzt – auch das wird erfahren: Jedes Alter hat seine Qualitäten und Berechtigungen, und seine Geschenke für die Gemeinschaft.
... ein paar Gedanken ...

… vorab …:

  • Nachdem man, soweit man zurückdenken kann, in der Schule gesessen und ziemlich kopflastig tätig war, soll man nun, da die Schule zu Ende ist, plötzlich wissen, wer man ist, was man will und welche Talente man hat.
  • Vor lauter “Kopf” kann man mit seinen Händen nichts anfangen.
  • Berufswahl: Wie soll man wählen unter all den Berufen, von denen man nichts weiß, mit denen man bisher kaum in Berührung kam, unter denen man sich nichts vorstellen kann?
  • Wer gute Noten hat, soll gleich studieren, wegen der Karriere, das wäre ja sonst schade – oder nicht?
  • Noch nicht mal 20 Jahre alt, und man soll sein ganzes Leben planen, wo man vom Leben noch nicht viel mitbekommen hat.
  • “Und? Was willst Du mal werden?” “Keine Ahnung, ich will erstmal wissen, wer ich jetzt bin, und wer und wie ich mal sein will. Vielleicht will ich mal glücklich sein?”

… oder von der anderen Seite her gesehen ……:

  • Nach all den Jahren hat man ganz schön viel Erfahrungen und Fertigkeiten angesammelt. Das Handwerk ist in Fleisch und Blut übergegangen. Irgendwas ist aber komisch geworden. Festgefahren. Monoton. Aber die jungen Leute, das ist irgendwie erfrischend….
  • Irgendwann kommt der Punkt, da spürt man vielleicht: Alles, was ich gelernt habe, lernte ich von anderen und durchs Tun. Jetzt will ich es weitergeben, junge Leute dafür begeistern…..
  • Seit 2 Jahren in wohlverdienter Rente. Aber irgendwas ist fade, und so still, und auch schade. Man weiß so viel, kann so viel, man fühlt sich nicht als “altes Eisen”. Vielleicht probiert man es mal, außerhalb von “Gewinn-Maximierung” und Ähnlichem, denen, die ganz am Anfang ihres Berufslebens stehen, etwas zu zeigen, Türen zu öffnen, Erlebnisse zu ermöglichen …

… Von wegen “Abstellgleis” – nicht mit mir!

Sanierungsobjekt:

Das Schloß Hürbel.

Wunderschönes ca. 500 Jahre altes Barockschloß mit 116 Zimmern hinter geschichtsträchtigem Gemäuer, Stuckdecken und eine Mooreichen-Treppe aus dem Jahr 1727 wird seit einigen Jahren aus dem Dornröschenschlaf erweckt.

 

 

Ablauf / Durchführung:

Inhalt + Struktur

… wie wird es aussehen, wie läuft es ab?

  1. Wo?
    Gründungsobjekt “Schloß Hürbel”: Instandsetzung der Nebengebäude und der Außenanlage
    Später: Aufträge für andere gemeinnützige, denkmalpflegerische Objekte nach bewährter Struktur und Erfahrung
  2. Wie?
    Beginn: u.U. mit Containern auf dem Gelände
    Später: Sanierte Gebäudeteile vorübergehend zu “BauHütten“-Wohnungen und “BauHütten“-Werkstatt
  3. Was?
    Verschiedene “rotierende” Arbeitsgruppen wie z.B.:
    “Bau”: Mauern, Verputzen, Lehmbau
    “Sanitär”: Wasser, Heizung, Fliesen
    “Elektrik”: Schlitze stemmen, Leitungen legen
    “Holz”: Böden, Treppen, Fenster, Türen, Vertäfelungen und Verkleidungen
    “Garten”: Instandsetzung und Pflege
    “Hauswirtschaft”: Versorgung der Bautruppe
  4. Wer?
    Anleitende Menschen: Handwerker, z.B. ältere oder arbeitslose Handwerker
    Ehrenamtliche Mitarbeiter, z.B. Handwerker im Ruhestand
    Pädagogische Mitarbeiter zur Begleitung
    Projekt-Teilnehmer: Schulabgänger, Junge Erwachsene auf der Suche
  5. Womit?
    – Teilnehmerbeiträge
    – verschiedene Zuschüsse, z.B. auch für BundesFreiwilligenDienst
    – eventuell Hartz IV für Wohnunterbringung
    – Sonstige öffentliche Zuschüsse
    – Spenden, Sponsoring, Stiftungsgelder
    – das finanzielle Fundament besteht aus den Erträgen der Arbeitsleistungen
  6. Wie lange?
    Mindestens 12 Monate
  7. Struktur
    – Vollzeit
    – Gemeinsames Leben (wohnen, arbeiten, Gemeinschaft)
    – Praktisches Arbeiten + theoretische Seminare und musikalische/künstlerische Angebote
  8. Freizeitgestaltung:
    Je nach Auftragslage sind freie Zeiten, Urlaub und freie Wochenenden gemeinsam eingeplant. Die Seminarteilnehmer gestalten miteinander oder auch für sich selbst ihre freie Zeit. Von der „Gemeinschaft“ gibt es auch Angebote hierfür:
    musikalisch – künstlerisch
    gemeinsame Ausflüge oder Veanstaltungen
    Fortbildungen im Bereich „soziale Kompetenz“, Berufsplanung, Teambildung,….
Seminarablauf

…… aus dem BauHütten-Alltag …

Noch eine Stunde bis zur Mittagspause.

Paul (19 Jahre), Elena (18 Jahre) und Marco (21 Jahre) setzen die vorbereiteten Dielen im Obergeschoß ein. Der Fußboden war an mehreren Stellen durchgebrochen. Alte Dielen aus der Scheune wurden letzte Woche passgenau vorbereitet. Nur noch wenige Handgriffe und der Boden sieht aus wie neu. Morgen schon wird man schleifen können, danach wird das Holz eingelassen.

Unten sind Patrick (19) und Jamal (20) dabei, die Wände zu verputzen. Das haben sie in den letzten Tagen eifrig erlernt. Eine Küche soll dort entstehen. Die Wände bekommen Fliesen, der alte Steinfußboden konnte freigelegt, gereinigt und erhalten werden.

Das Badezimmer ist fertig. Jamal ist stolz auf dieses Bad, immerhin wurde sein Entwurf dafür von allen als der Schönste ausgewählt. Patrick ist froh, daß die Küche auch bald fertig ist. Die Arbeit findet er ok, aber er will danach lieber wieder bei der Holz-Gruppe mitmachen. Das gefällt ihm immer besser.

Kai (21), Rita (19) und Jens (18) klappern im Küchencontainer mit Töpfen und Pfannen. Sie geben ihr Bestes, denn sie haben einen guten Ruf in der Bauhütte: “Wenn die drei das Essen kochen, ist es immer lecker!”

Jedes Team ist für 2 Wochen im Küchendienst. Frühstück, Mittagessen, Abendessen kochen und auch die Planung und Einkäufe sind in ihrer Verantwortung. Noch 2 Tage, dann geben sie den “Kochlöffel” an das nächste Team ab und übernehmen stattdessen die “Gärtnerei”.

Es ist noch zu früh im Jahr, um mit Rasenmähen ausgelastet zu sein, aber die Hecken brauchen Zuwendung. Außerdem sind im letzten Sturm 2 alte Bäume gestürzt.

Elena wünscht sich ein großes Gewächshaus, da wird wohl nichts draus werden, aber eine große Kräuterspirale dicht am ehemaligen Stall, das kann man machen, so wurde es entschieden. Elena war es auch, die plötzlich mit 5 Hühnern ankam. Da war nichts mehr zu machen. In 3 Stunden unter Zusammenarbeit aller BauHüttler wurde hinten an der alten Scheune ein Verschlag angebaut und ein kleines Stück vom Hof eingezäunt. Jetzt gibts täglich es frische Eier. Zuerst hieß es, Elena solle sich selber um die „Viecher“ kümmern. Aber inzwischen gehören “die Viecher” zur Familie.

Heute ist Freitag, das bedeutet, dass nach der Mittagspause alle damit beschäftigt sind, sauber zu machen. Ein jeder bringt seinen Arbeitsbereich in Ordnung, Werkstatt fegen, Werkzeuge auf Hochglanz bringen und einräumen, die momentane Baustelle akurat verlassen, gegebenenfalls absichern, und danach den „privaten“ Bereich in Angriff nehmen: Aufenthaltsraum putzen, den eigenen Schlafbereich schön machen (Bettwäsche wechseln, aufräumen usw). Wenn man Hand in Hand arbeitet und gut koordiniert, ist das schneller gemacht, als man denkt.

Einige haben sich schon verabredet und wollen heute Abend gemeinsam in die Stadt. All zu lange darf es aber heute nicht gehen, denn morgen Vormittag ist der 14-tägige Theoriekurs dran. Die Themen sind so unterschiedlich, wie man sich nur wünschen kann. Einmal ging es um „Beruf – Berufung“, ein anderes mal war jemand von der Berufsberatung da und es ging um „Die Praxis vor dem Studium“, letztes mal stand das Thema „Was ist Glück? Und wo findet man es?“ auf der Tagesordnung. Morgen wird ein Zimmermann auf der Walz von seinem Beruf und seiner Wanderung erzählen. Irgendwann heute noch soll er eintreffen und alle sind schon neugierig auf ihn. Im nächsten Monat wird über „Konflikt und Lösungsstrategien“ gesprochen.

Bald ist „Wochenende“. Elena, Patrick und Jamal fahren nach Hause. Paul wollte da bleiben. Denn am Sonntagnachmittag kommt „Der Neue“ an und Paul hat sich bereit erklärt, dieses mal der „Pate“ zu sein. Er wird ihn begrüßen, ihn herumführen, alles zeigen, ihm helfen, hier anzukommenn, und ihm erzählen, wie alles hier so läuft, und wer die anderen sind. Der „Pate“ steht so lange als Vertrauensperson für den Neuen bereit, wie dieser ihn braucht und wünscht. Paul weiß noch genau, wie es war, als er selbst der Neue war. Ihm war ganz schön mulmig zumute, aber das hat sich ganz schnell gelegt. Jetzt wird’s ihm eher mulmig, wenn er dran denkt, dass seine Zeit in der BauHütte nur noch 3 Monate dauert, sein Jahr ist dann auch schon vorbei. Er weiß zwar schon, wie es danach weitergehen soll und freut sich darauf, aber gleichzeitig muß er auch Abschied nehmen.

Immer, wenn ein Neuer oder eine Neue kommt, bemerken die „alten Hasen“ erst so richtig, wie die BauHütte zu einer zweiten Heimat geworden ist. Sie sind zu einer Gruppe geworden und Freundschaften haben sich gebildet. Vor allem ist Paul stolz daraf, was er schon alles gelernt hat, was er sich alles angeeignet hat, wie geschickt er dabei geworden ist. Beim Herumführen des „Neuen“ bemerkt Paul noch einmal, was die Gruppe bisher alles zusammen erstellt und fertig bekommen hat.

……

Mitmachen:

Junge Menschen

Sie wollen an unserem 1-jährigen Seminar teilnehmen?

  • Sie sind etwa 18-27 Jahre alt
  • Sie können sich noch nicht so richtig für einen beruflichen Weg entscheiden
  • Sie haben Lust darauf, verschiedene Handwerke kennenzulernen
  • Sie wollen Neues erleben, erfahren, auch über sich selbst
  • Sie wollen in Gemeinschaft mit anderen etwas Sinnvolles, Konkretes tun und lernen

… dann sind Sie bei uns genau richtig. Wir freuen uns auf Sie!

⇒Schicken Sie uns eine kurze Bewerbung mit Lebenslauf, Lichtbild und letztem Schulzeugnis. Schreiben Sie uns auch, warum Sie gerne mitmachen möchten und was Sie sich davon versprechen.
⇒Teilen Sie uns auch bitte mit, wie Sie vorhaben, die Kosten für Ihre Teilnahme an dem Seminar aufzubringen (siehe unten).

Wir antworten Ihnen. Wir laden Sie auch gerne zu einem Gespräch ein. Sie erhalten von uns Unterstützung, damit Sie Ihr Vorhaben verwirklichen können, auch mit hilfreichen Tipps, wie Sie “Ihre Finanzierung” auf die Beine stellen können.

Eckdaten für Seminarteilnehmer:
Dauer: 12 Monate
Einsatzort: Schloß Hürbel
Ablauf:

  • Wohnen, leben, arbeiten in der Gruppe vor Ort
  • Wochentags handwerkliche Arbeit
  • An Wochenenden und Abends finden zum Teil Seminare und kulturelle Veranstaltungen statt
  • Es sind 25 Urlaubstage und freie Wochenenden vorgesehen

Die Kosten für das Seminar belaufen sich auf mtl. 455,-/Teilnehmer, davon:
– für Unterkunft: 150,-
– für Verpflegung: 200,-
– Anteil Betreuungskosten: 100,-
– Mitgliedsbeitrag Verein: 5,-

Hier finden Sie ein paar Tipps, wie Sie diese Summe aufbringen können.

Da wir Arbeitsleistungen für Auftraggeber entrichten, werden Arbeitsanleitung, Verwaltungskosten, Anschaffungen für Geräte und Werkzeuge aus diesen Erträgen finanziert und müssen nicht von den Seminarteilnehmern getragen werden.

Setzten Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie weitere Fragen haben.

info@bauhuette-huerbel.de

Handwerksbetriebe

  • Sie haben einen Handwerksbetrieb im Umkreis unserer Bauhütte (Schloß Hürbel)?
  • Nachwuchsförderung ist Ihnen ein Anliegen?
  • Sie fühlen sich von unserem Konzept angesprochen?

… dann würden wir uns sehr freuen, wenn Sie mit uns zusammenarbeiten möchten. Dazu gibt es viele Möglichkeiten:

  • Sie haben einen Auftrag auf Schloß Hürbel (oder Sie haben einen Auftrag dort in Aussicht) und möchten auf dieser Baustelle unsere jungen Menschen mit einbinden und ihnen etwas beibringen, Ihren Beruf erleb-bar machen
  • Sie möchten in Ihrem Betrieb einem unserer Seminarteilnehmer ein Praktikum anbieten
  • Sie kommen zur vereinbarten Zeit (einmalig, 1x wöchentlich, …) zu uns und geben fachliche Anregungen und praktische Anleitung
  • Sie möchten einem unserer Teilnehmer einen Ausbildungsplatz anbieten
  • Sie gehören zu unserem “Freundeskreis” und erhalten regelmäßige Informationen über unser Tun und “springen nach Ihren Möglichkeiten ein”, wenn mal “Not am Fachmann” ist
  • Sie sind bereit, uns bei Tätigkeiten Ihres Fachgebietes als Experte zu beraten

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie so oder anders mit uns arbeiten möchten. Wir kommen auch gerne zu Ihnen.

info@bauhuette-huerbel.de

Handwerker

  • Sie sind Handwerker und haben freie Kapazitäten (… im Ruhestand, momentane Arbeitslosigkeit, …)
  • Sie sind handwerklich versiert und haben viel Erfahrung und handwerkliches Gespür
  • Sie fühlen sich von unserem Konzept angesprochen

Dann sind Sie genau der Mensch, den unsere jungen Menschen brauchen!
Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie mit uns zusammenarbeiten können, z.B.:

  • Sie möchten regelmäßig bei uns mitarbeiten, um Ihre Kompetenzen den Seminarteilnehmern zur Verfügung zu stellen
  • Sie möchten ab und zu nach Absprache zu uns kommen und Anleitung, Beratung, Hilfestellung geben
  • Sie möchten “voll und ganz” als Fachmann Ihres Bereiches und Mitarbeiter in unserem Team bei uns einsteigen

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie sich so oder anders einbringen wollen und können.

info@bauhuette-huerbel.de

Ehrenamtliche Unterstützer, "Freundeskreis"

  • Ihnen gefällt unser Projekt und Sie möchten irgendwie etwas dazu beitragen oder mitwirken?
  • Sie haben eine Idee, wie Sie sich einbringen wollen?
  • Sie sind begeistert und voller Tatendrang, aber das Handwerk ist nicht so ganz Ihr Ding?

Wir brauchen Sie! Jeder Mensch hat Talent und kann die Jugend unterstützen und etwas für unser aller Zukunft tun.
Es gibt so vieles, was getan werden kann (und auch getan werden muß …), z.B.:

  • Sie möchten unserer “Küchen- und Hauswirtschaftsgruppe” unter die Arme greifen (ab und zu, 1x wöchentlich, nur Mittwoch + Samstag, …)
  • Sie haben einen “Grünen Daumen” und leiten unsere Teilnehmer an, mit Spaten, Heckenschere, Rosenschere umzugehen
  • Sie möchten unser Projekt und unsere Idee verbreiten helfen
  • Sie kennen jemanden, der jemanden kennt, der genau so etwas sucht …
  • Sie gehören zu unserem Freundeskreis und erhalten regelmäßig Informationen über unser Tun und springen nach Ihren Möglichkeiten ein, wenn mal “Not am Mann/Frau” ist …

Es gibt viel zu tun, und wenn viele Hände an vielen Stellen Gutes tun, wird unser Projekt gelingen und die Idee und das Konzept “Schule” machen.

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wir freuen uns darauf.

info@bauhuette-huerbel.de

Sponsoren

Wir sind ein gemeinnütziger Verein und wollen langfristig durch Teilnehmerbeiträge und Erträge aus unserer Auftragsarbeit dieses wichtige Zukunftsprojekt auf stabilen Boden stellen, damit es sich selbst trägt. Trotzdem wird es, vor allem in der Gründungs- und Startphase, aber auch, um die Teilnahmebeiträge gering zu halten, nötig sein, daß es Menschen und Institutionen gibt, die uns unterstützen. Als gemeinnütziger Verein sind Spenden an uns steuerabzugfähig.

Sie können uns frei oder zweckgebunden unterstützen. Es gibt auch viele Möglichkeiten von Sachspenden:

  • Sie möchten uns in der Startphase helfen und bieten uns an, was Sie gerade übrig haben (Töpfe, Pfannen, Besteck, Geschirr… gut erhalten für unsere Küche / Garten- oder anderes gut erhaltenes Werkzeug)
  • Sie haben eine Landwirtschaft im Umfeld unserer Bauhütte und schenken uns ab und zu oder regelmäßig etwas davon (z.B. 1x wöchentlich Eier, 2x wöchentlich ein paar Liter Milch, Kartoffeln, Kürbis, Zuchini je nach Ernte, …)
  • Sie haben ein Lebensmittelgeschäft und schenken uns ab und zu oder regelmäßig eine Kiste mit Lebensmittel, Spül-, Putz-, Waschmittel …
  • Patenschaft: Manche Seminaristen kommen aus finanziell benachteiligten Lebensverhältnissen. Unterstützes Sie diese durch ein personengebundenes Stipendium und lernen Sie die Stipendiaten persönlich kennen.
  • Sie wohnen ganz nah bei uns und bringen uns einfach mal einen tollen Kuchen vorbei!

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wir freuen uns über jeden Menschen, der zum Gelingen beitragen könnte.

info@bauhuette-huerbel.de

Stellenangebote

Wir suchen:

  • Handwerker/innen oder Handwerksmeister/innen mit Berechtigung auf Eingliederungs- oder Beschäftigungszuschuß
  • Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen oder Erzieher/innen im Anerkennungsjahr
  • Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen oder Erzieher/innen mit handwerklicher Ausbildung

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wir freuen uns über jeden Menschen, der zum Gelingen beitragen könnte.

Sie konnten sich auf unserer Homepage bereits ein erstes Bild machen von uns und unserem Vorhaben und auch von der Vision, die über allem steht. Einen “Job” haben wir nicht anzubieten. Jedoch bieten wir ihnen mehr an als das. Eine sinnerfüllte Aufgabe, die Mitarbeit in einem Team, in dem jeder mit jedem auf Augenhöhe steht. Da wir die BauHütte gestalten von Menschen für Menschen, steht der Mensch natürlich im Vordergrund. Dies gilt auch für alle Mitarbeiter. Hier hat jeder die Möglichkeit, seine Stärken einzubringen und auszubauen, die Teilnahme an allen Planungen und Vorhaben sowie die Art der Ausführung ermöglicht Ihnen, sich einzubringen, mitzugestalten und den gesamten Ablauf zu verstehen. Transparenz in allen Dingen, Wertschätzung und Anerkennung untereinander sowie Freude an der Arbeit sind uns wichtig. Unsere bereichernde Seminarangebote gelten nicht nur für die Seminaristen. Alle Mitarbeiter sind herzlich eingeladen, diese für ihre eigene Weiterentwicklung und Horizonterweiterung freudvoll zu genießen. Wir sind begeistert, wenn sich unsere Mitarbeiter daran beteiligen, Seminare und kulturelle, musische Angebote zu ermöglichen.
Schicken Sie uns ihre Bewerbungsunterlagen und schreiben Sie uns bitte auch, wer Sie sind und was Sie gerne bei uns erreichen möchten.

info@bauhuette-huerbel.de

Auftraggeber

  • Sie vertreten eine soziale Einrichtung und haben ein Gebäude zu sanieren/renovieren/erweitern?
  • Sie haben ein Gebäude/Anwesen/Baudenkmal/Sanierungs- oder Bauprojekt, welches sich für die Bauhütte anbietet?

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wir finden einen gemeinsamen Weg.

info@bauhuette-huerbel.de

Wir:

Markus Schwarz

Leitung der Bauhütte

Markus Schwarz, geb. 1956
verheiratet mit Elke Grözinger, zusammen 5 Kindern, 6 Enkelkinder.
Tischlerlehre, Kunststudium, Gründer und ehemaliger Geschäftsführer verschiedener sozialer Einrichtungen, freiberuflicher Programmierer. Segellehrer (DSV-Diplom), praxiserfahrener Erlebnispädagoge und Dozent für Erlebnispädagogik und Erwachsenenausbildung, Skipper, Teamtrainer und Eigentümer der Wassersportschule Windwaerts, Gründer und Leiter des Segel-Zeltlagers

Kernkruppe

Kerngruppe

Markus Schwarz,
Elke Grözinger,
Dr. Heidrun Weinert,
Egon Dietz

Elke Grözinger

Mitbegründerin und Vorstand

Elke Grözinger, geb. 1963
Kaufmännische Berufsausbildung, MTA, Berufstätigkeit in der Medizinischen Forschung der Universität Ulm, Heilpraktikerin, Seminarleiterin und Dozentin, Mitarbeit beim Aufbau des erlebnispädagogischen Segelzeltlagers und des Seminars für Grundlagen der Erlebnispädagogik (Betreuerausbildung), langjährige Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit (Segelzeltlager) und in der Erwachsenenausbildung

Warum wir die BauHütte wollen

…ich weiß gar nicht, was ich machen soll!“
Durch unsere langjährige erlebnispädagogische Tätigkeit haben wir ständig mit jungen Menschen am Beginn ihrer Berufslaufbahn zu tun. In den letzten 15 Jahren mußten wir feststellen, daß sich unter den jungen Menschen eine Orientierungslosigkeit ausbreitet, und viele nicht wissen, was sie mit ihrem Leben machen sollen. Durch ihr soziales Umfeld werden sie ermuntert, eine möglichst gute “Startposition” für ihre Karriere zu bekommen, einen “sicheren” Beruf zu erlernen und möglichst viel Geld zu verdienen. Den meisten werden aber keine weiteren Kriterien für die Auswahl ihres Berufes mitgegeben. Eine Arbeit kann vielleicht auch Spaß machen. Wie kann man herausfinden, was einem wirklich liegt oder welche Talente man hat?
Aus vielen Gesprächen hörten wir heraus, dass manche junge Menschen unglücklich sind, sich überfordert fühlen zu entscheiden, welchen Beruf sie ihr ganzes Leben lang machen sollen. Sie wissen nicht, wer sie selber sind,und möchten gerne etwas Neues ausprobieren, praktische Erfahrungen sammeln und spüren, dass es einen Platz für sie in dieser Welt gibt. Sie suchen und fragen nach dem Sinn, wofür sie so lange in der Schule gelernt haben. Sie zweifeln zu Recht an der alten Botschaft, man müsse nur die richtige Berufswahl treffen, dann gelingt das Leben.

…fast wie eine Parallel-Welt..
Ein wenig überzogen und nicht allgemein gültig, fassen wir zusammen, was wir von Kindern und Jugendlichen hören, erleben und „zwischen den Zeilen lesen“:
Uns erscheint es manchmal so, als würden viele Kinder in einer Art „Parallel-Welt“ aufwachsen. Gut behütet und versorgt, aber wie unter einer Glasglocke vom Leben abgeschnitten. Sie wissen nicht, wie das Brot entsteht und was es enthält, das täglich auf dem Tisch liegt. Geht etwas im Haushalt kaputt, kauft man es neu, ohne daran zu denken, dass es Zeiten gab, wo Dinge repariert wurden, und es Menschen gab, die das konnten. Wie macht man Schuhe, und vor allem, wer? Wie baut man einen Tisch (Möbel wachsen nicht bei Ikea!). Wie baut man ein Haus, in dem man drin wohnen kann? Was braucht man dazu, außer einen Katalog für Fertighäuser?
In dieser „Parallel-Welt“ haben Kinder nichts zu tun, außer gute Noten zu schreiben und brav zu sein. Sie haben keinen wirklichen Platz in der Welt und keine Aufgabe für die Gemeinschaft oder in der Familie, in der sie aufwachsen. Sie empfinden, trotz der Liebe ihrer Eltern Nutz/Wertlosigkeit. Dabei würden sie gern etwas leisten, das wichtig wäre.

Ich werde hier gebraucht!“
Auf einer von uns durchgeführten Segelfahrt mit jungen Erwachsenen mit „Handycap“ konnten wir dies in aller Deutlichkeit erleben. Auf einem Segelschiff hat ein jeder seinen Platz und seine Aufgabe. Diese Aufgabe ist wichtig für das Gelingen der Fahrt, für die Sicherheit aller an Bord, für das Wohlbefinden und zum Erreichen des Ziels. Am Ende wurden sie wieder abgeholt und sollten das Schiff verlassen. Einer hat geweint und gesagt: „Ich kann nicht gehen, ich werde hier doch gebraucht!“
Nicht ganz so deutlich, aber doch sehr klar, erleben wir das in unseren Segelzeltlagern mit den Kindern und Jugendlichen. Auch hier gibt es Aufgaben, die getan werden müssen, damit es alle gut haben. Und man kann es in ihren Augen sehen, wenn etwas gelungen ist, das gemeinsam gekochte Essen schmeckt, die Boote sauber und ordentlich an Land gezogen sind, die Festmacherleinen wieder repariert sind für den neuen Einsatz am nächsten Tag – ein Stolz, der sich unterscheidet von dem, worauf sie sonst so stolz sind, und die Gewissheit, man hat es gut gemacht, man kann es!
Oder ein Lehmbauprojekt: man hat einen Lehmofen gebaut, einen echten, den jemand nutzen kann, damit er es warm und behaglich hat. So Vieles hat man gelernt und begriffen während dieser Arbeit.

…im richtigen Leben stehen…
Diese Erlebnisse (wahre Erlebnisse bewirken inneres Wachstum und Reife!) können in „unserer BauHütte“ entstehen und sich verwirklichen. Einen Raum, ein Haus bewohnbar machen für Menschen, die dann gerne darin wohnen. Etwas Gutes oder Schönes vor dem Verfall bewahren,…. und dabei unendlich viel lernen über sich selbst, darüber, was es alles für Tätigkeiten gibt, und dass man tatsächlich einiges, was man theoretisch in der Schule lernte, für was Richtiges im Leben anwenden kann.
Wir kennen Projekte, in welchen junge Erwachsene in Werkstätten lernen, Mauern zu bauen, Wände zu verputzen, etwas mit Holz zu erarbeiten. Diese Projekte sind richtig, gut und nötig. Wir gehen aber einen Schritt weiter: die Mauern, die wir bauen wollen, sollen nicht wieder abgerissen werden, damit die nächste Gruppe wieder lernt, Mauern zu bauen. Sie sollen da bleiben, weil sie da gebraucht werden, um das zu tun, was eine Maur tun soll. Es ist keine „Versuchs-Werkstatt“, sondern reelles Leben, ein wirkliches Projekt: Dinge, die gebaut/gemacht werden, sind beständig, sind nötig und werden gebraucht – es wird etwas Beständiges/Erhaltendes/Zukünftiges geschaffen.

…wer bin ich, was kann ich, was will ich?“
Wir möchten in einem Seminar, in unserer BauHütte, den jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich zu orientieren und auszuprobieren, richtig ins Leben hinein zu wachsen, etwas Echtes zu tun, etwas lernen und wirklich im wahrsten Wortsinn zu „be-greifen“ und in begleitenden Kursen Selbstreflexion und Sozialkompetenz zu üben.

Auf dem Abstellgleis….
Inzwischen liest man es auch in der Tageszeitung: Einsamkeit breitet sich aus in unserer Gesellschaft. Zu den Einsamsten gehören laut diverser Untersuchungen Jugendliche und ältere Menschen. Vor allem der Ausstieg aus dem Berufsleben, ob regulär oder etwas früher, ist ein verstärktes Risiko hierfür.
Einsamkeit, bereits als „neue Volkskrankheit“ oder als „ansteckend, schmerzhaft und tödlich“ (in einem Buchtitel von Prof. Dr. Manfred Spitzer) bezeichnet, muß nicht zwangsläufig erlitten werden. Es gibt viele Wege, die hinausführen oder sie erst gar nicht entstehen lassen. Einen davon bieten wir hier mit unserer BauHütte an.

Fachleute sind sich einig: Arbeitslosigkeit, Einsamkeit im Alter, wirkt sich negativ auf unsere Gesundheit und sogar auf unsere Lebenserwartung aus. Und sie sind sich auch einig, was man dagegen unternehmen kann. Sie empfehlen unter anderem, sich für Neues oder für andere Menschen zu interessieren, sich für Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene zu öffnen, ihnen schenken und weitergeben, was man in einem langen Leben an Erfahrung und Weisheit gewonnen hat.

Die Generationen leben heute zunehmend voneinander getrennt. Es gibt immer mehr Siedlungen für junge Familien mit Kindern, und es gibt immer mehr einsame ältere Menschen, Altersheime, Seniorenstifte usw. Anstatt sich gegenseitig zu bereichern und zu unterstützen, lebt jeder für sich, umgeben von seinesgleichen. Das ist ungesund. Und eine fortschrittliche Gesellschaft kann sich das gar nicht leisten. Wie sollen sonst die jungen Menschen von der Lebenserfahrung und Weisheit der Älteren profitieren können? Wozu haben die Älteren all Ihre Erfahrungen und ihr Wissen angehäuft, wenn sie sie gar nicht weitergeben können? Wie kann man sich gegenseitig unterstützen?

…oder lieber mitten im Leben stehen?
Unsere Vision ist, die Generationen zusammen zu bringen, voneinander profitieren zu lassen, damit sie sich gegenseitig schenken können, was sie an Schätzen zu teilen haben. Wir sind überzeugt davon, dass jede Form von „Mehrgenerationen – Leben“ konkret und nachhaltig zu einer Verbesserung der Lebensqualität Aller und zur Neugestaltung einer menschengemäßeren Gesellschaft führt.

Mit diesem BauHütten – Projekt möchten wir das aufgreifen:

  • Was die Älteren zu geben haben, ist genau das, was die Jüngeren brauchen
  • Wenn sich die Jüngeren dem Erfahrungsschatz der Älteren öffnen und von ihnen lernen wollen, lösen sich viele Probleme auf, die der Jungen und die der Älteren
  • „Alt“ und „Jung“ ermöglichen einander das Beste, was es geben kann
  • mit „Alt“ wird nicht mehr nur „gebrechlich“ assoziiert, sondern endlich wieder „Erfahrung, Weisheit, Wissen, Kompetenz“!

Wenn Erfahrene und Ältere sich in solcher Tätigkeit wie der unseren, im Projekt BauHütte engagieren, tragen sie bei zu einer positiven Zukunft unserer Gesellschaft. Sie helfen mit, dass „das Alter“ wieder Wertschätzung und Anerkennung findet. Sie beweisen täglich, dass es ohne sie und ihr Wissen und ihre Kompetenzen nicht gut geht. Sie betreiben die beste Gesundheitsfürsorge für sich selbst.
BauHütte, das bedeutet, man krempelt die Ärmel hoch und gestaltet die Zukunft. Die jungen Leute, das sind unser aller Zukunft.

Eingetragen in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Ulm, Registerblatt VR 721311
Der Verein ist lt. Bescheid des Finanzamtes Biberach gemeinnützig gem. §§ 51, 59, 60 und 61 der AO.
Auf Wunsch schicken wir Ihnen gerne unsere Vereinssatzung zu.

Kontakt:

Postanschrift:

Bauhütte – Junge Menschen auf dem Weg e.V.

Gutenzeller Str. 5/1,
88453 Erolzheim,
Tel.: 07354 – 58 69 757
info@bauhutte-huerbel.de

Bauhütte Schloß Hürbel:

Sollten Sie noch Fragen haben, hilft Ihnen unsere FAQ-Liste sicher weiter:

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